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Freie Demokraten stimmen Krankenhaustransformation zu und sehen große Chancen für den Kreis

Der Kreistag Kleve hat die Weichen für eine grundlegende Neuordnung der Krankenhauslandschaft gestellt. Künftig wird die stationäre Versorgung an den Standorten Kleve und Geldern gebündelt, während die bisherigen Kliniken in Goch und Kevelaer zu Gesundheitscampi mit einem Schwerpunkt auf ambulanter Behandlung weiterentwickelt werden. Insgesamt sind Investitionen von rund 300 Millionen Euro in moderne Gebäude, Technik und zusätzliche Leistungen vorgesehen; etwa 240 Millionen Euro sollen aus dem Krankenhaustransformationsfonds von Bund und Land kommen, ergänzt um erhebliche Eigenmittel der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE).

Krankenhaustransformation kurz erklärt:

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„Wir stimmen der Krankenhaustransformation zu, weil sie genau das leistet, was die bundesweite Krankenhausreform vorsieht: mehr Qualität, bessere Strukturen und eine stabile finanzielle Basis für die Kliniken“, erklärt Stephan Haupt, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion. Mit den geplanten Investitionen von rund 300 Millionen Euro würden die Standorte Kleve und Geldern zu leistungsfähigen Schwerpunktkrankenhäusern ausgebaut, die moderne Diagnostik, spezialisierte Fachabteilungen und eine umfassende Notfallversorgung auf hohem Niveau bieten können.

Neue Struktur mit klaren Zielen

Die neue Struktur orientiert sich an klaren Zielen: Stationäre Leistungen werden in Kleve und Geldern gebündelt und weiter ausgebaut. Die linksrheinischen Kliniken in Kleve und Geldern sichern auch künftig eine wohnortnahe, patientenorientierte Versorgung, inklusive Geburtshilfe, Geriatrie und Kinderheilkunde an den Standorten.

Durch Spezialisierung und neue Leistungsgruppen, etwa in der Behandlung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Krebserkrankungen, sollen mehr schwerwiegende Erkrankungen direkt im Kreis behandelt werden, statt Patientinnen und Patienten in entfernte Zentren verlegen zu müssen. Zugleich können größere Fachabteilungen medizinisches und pflegerisches Personal effizienter einsetzen und damit dem Fachkräftemangel im ländlichen Raum besser begegnen. Der Rettungsdienst bleibt mit seinem Netz an Wachen, qualifiziertem Personal und moderner Ausstattung so aufgestellt, dass die Hilfsfristen eingehalten und längere Einzelstrecken ausgeglichen werden können.

Goch und Kevelaer als Gesundheitsstandorte

Besonders sensibel ist die Situation an den Standorten Kevelaer und Goch, die viele Menschen mit „ihrem“ Krankenhaus verbinden. In Kevelaer endet die stationäre Versorgung, zugleich entsteht dort die Perspektive eines Gesundheitscampus mit starkem ambulantem Profil.

Jan Itrich, Ortsvorsitzender der FDP Kevelaer, erklärt dazu: „Der Abschied von der stationären Versorgung in Kevelaer tut weh, denn viele Menschen verbinden mit dem Marienhospital persönliche Geschichten und Vertrauen. Das nehmen wir ernst und sprechen das offen an. Gleichzeitig sehen wir, dass unter den heutigen Rahmenbedingungen wie Demografie, Fachkräftemangel und Kostendruck eine strukturelle Neuordnung der Krankenhauslandschaft unvermeidbar ist.“

„Wenn am Standort Kevelaer ein Gesundheitscampus entsteht, der ambulante Eingriffe, Vorsorge, Nachsorge, Telemedizin und weitere Gesundheitsdienstleistungen bündelt, kann das einen echten Mehrwert für die Region bieten. Wir als FDP Kevelaer werden diesen Prozess gemeinsam mit der Kreistagsfraktion und dem Kreisverband konstruktiv-kritisch begleiten, damit der Campus nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern im Alltag spürbare Vorteile für die Patientinnen und Patienten bringt“, so Itrich weiter.

Auch Goch steht vor einem deutlichen Wandel: Das Wilhelm-Anton-Hospital gibt seine stationären Leistungen perspektivisch an den Schwerpunktstandort Kleve ab, zugleich soll in Goch ein Gesundheitscampus mit klarem ambulantem Schwerpunkt entstehen.

Maria Feith-Kuballa, Ortsvorsitzende der FDP in Goch, betont: „Wir bedauern den Wegfall der stationären Versorgung in Goch, wissen aber auch, dass eine zukunftsfähige Struktur nur mit klaren Schwerpunkten und starken Zentren funktionieren wird. Entscheidend ist für uns, dass Goch als Gesundheitsstandort sichtbar und leistungsfähig bleibt.“

Für die FDP vor Ort kommt es jetzt vor allem darauf an, dass der Standort Goch auch nach der Transformation konkrete medizinische Angebote und wichtige Funktionen behält. „Uns ist besonders wichtig, dass zentrale Einrichtungen wie das Zentrallabor erhalten bleiben und dass am Standort ein Durchgangsarzt für Arbeits- und Betriebsunfälle zur Verfügung steht“, so Feith-Kuballa. Gerade für Beschäftigte in Handwerk, Industrie und Dienstleistung sei das zentral.

„Wir werden als FDP Goch den Aufbau des hiesigen Gesundheitscampus in enger Abstimmung mit der Kreistagsfraktion und dem Kreisverband begleiten und darauf dringen, dass hier ein umfassendes Angebot entsteht, das Diagnostik, ambulante Operationen, Rehabilitation und Prävention sinnvoll verknüpft“, heißt es weiter.

Begleitung des Prozesses

Die Freien Demokraten im Kreis Kleve legen großen Wert darauf, dass die konkrete Ausgestaltung der Gesundheitscampi in Goch und Kevelaer unter breiter Beteiligung von Kommunen, Politik, Krankenkassen, Trägern und Öffentlichkeit erfolgt. „Die Transformation gelingt, wenn sich die Einsicht durchsetzt, dass sich etwas ändern muss und vor allen Dingen, welche Vorteile daraus entstehen“, sagt der FDP-Kreisvorsitzende Roman Straub.

„Deshalb werden wir den Prozess eng begleiten, kritisch bleiben und zugleich konstruktive Lösungen unterstützen, mit dem klaren Ziel, dass am Ende eine bessere, verlässliche Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger im ganzen Kreis Kleve steht“, so Straub.